

Konzeptioneller Ansatz für die Hochbegabtenförderung
Hochbegabte Schülerinnen und Schüler werden an der Privatschule Gut Spascher Sand in besonderer Weise gefördert. Die erzieherische Grundhaltung ist vom Modell der Salutogenese abgeleitet und basiert auf einem Menschenbild, das davon ausgeht, dass es normal ist, verschieden zu sein. Motivierende und wertschätzende soziale Beziehungen sind Voraussetzung dafür, Andersartigkeit und Eigensinn als wertvolle Güter eines Individuums anzuerkennen.
Eine Arbeitsgruppe, die aus Lehrerinnen und Lehrern, Eltern, Mitgliedern der Schulleitung, einer Diplom-Sozialpädagogin sowie einer Diplom-Psychologin besteht, beschäftigt sich mit der Entwicklung und Evaluierung von integrativen Förderkonzepten sowie der Koordinierung von Fortbildungen des Kollegiums. So kommt es uns zunächst darauf an, Hochbegabungen durch entsprechende Diagnoseverfahren möglichst schnell zu erkennen.
Im Kindergarten der Privatschule Gut Spascher Sand ermöglichen vielfältige Spiel- und Lernangebote wie Reitunterricht, spielerischer Englischunterricht, Übungen des täglichen Lebens, künstlerisches Gestalten, Musizieren mit einer Musiktherapeutin sowie Arbeit mit den Montessori-Materialien die Förderung hochbegabter Kinder. Da Kindergarten und Grundschule der Privatschule Gut Spascher Sand miteinander vernetzt sind, können hochbegabte Kinder ohne großen Aufwand zeitweise am Unterricht der Grundschule teilnehmen.
In der Grundschule erfolgt die Förderung hochbegabter Schülerinnen und Schüler insbesondere durch die hoch entwickelte Freiarbeit. In diesem besonderen Lehr-Lernarrangement können alle Schülerinnen und Schüler nach Maßgabe ihres individuellen Leistungsvermögens arbeiten und werden entsprechend gefördert und gefordert. Die kleinen Klassen mit maximal 18 Schülerinnen und Schülern ermöglichen individuelle Lernpläne für alle Schülerinnen und Schüler, verbunden mit Lerncoaching. Auch in der Grundschule können hochbegabte Kinder infolge der Vernetzung mit der weiterführenden Schule zeitweise am Unterricht der Integrierten Gesamtschule (IGS) der Privatschule Gut Spascher Sand teilnehmen.
In der IGS wird die individuelle Freiarbeit in den Jahrgängen fünf und sechs in Form des Lernbüros mit ausdifferenzieren Lehr- Lernarrangements und Projektunterrichten fortgesetzt. Der Unterricht in der „Farmschule“ im Jahrgang sieben ist stark praxisorientiert und ermöglicht es hochbegabten Schülerinnen und Schülern, sich in vielfältigen Unterrichtsangeboten und Projekten zu vertiefen. Ab Jahrgang acht erfolgt der Unterricht in Hauptfächern dreifach differenziert, so dass hochbegabte Schülerinnen und Schüler in den jeweils kleinen Lerngruppen optimal gefördert werden können.
Grundsätzlich ermöglicht es die Privatschule Gut Spascher Sand hochbegabten Schülerinnen und Schülern, einen Schuljahrgang auf Beschluss der Klassenkonferenz und mit Einverständnis der Eltern zu überspringen.
Erfahrungsberichte der Eltern
Stellungnahme eines Vaters
Die Suche nach einer geeigneten Schule stellt sich für viele Eltern hochbegabter Kinder als schwierig dar. Auch wir hatten es nicht leicht bei der Suche und fanden wenige Schulen, die für das Thema offen oder darauf eingestellt waren. Auch als wir uns in Spascher Sand erkundigten, gab es noch kein ausgearbeitetes Konzept für Hochbegabte. Statt jedoch, mit einer Absage abgespeist zu werden, wurde uns ohne zögern versichert, dass im Falle einer Einschulung selbstverständlich ein entsprechendes Konzept für unseren Sohn erarbeitet werden würde. Diese Bereitschaft beeindruckte uns. Da der pädagogische Ansatz von Spascher Sand ohnehin viel von dem beinhaltet, was für hochbegabte Schüler empfohlen wird, entschieden wir uns dieser Zusage zu vertrauen.
Unser Vertrauen wurde in der folgenden Zeit vollauf bestätigt. So stellte sich das Kollegium der Grundschule insgesamt auf das Thema Hochbegabung ein. Die Lehrerinnen nehmen sich viel Zeit und gehen mit hoher Sensibilität und pädagogischem Geschick auf die Bedürfnisse unseres Sohnes ein. Sie reagieren umgehend wenn sich für Hochbegabte typische Schwierigkeiten einstellen um gemeinsam mit uns als Eltern nach optimalen Lösungen zu suchen. Mittlerweile wird das Thema Hochbegabung auch von einer schulinternen Arbeitsgruppe weiter ausgearbeitet und fest in das Gesamtkonzept von Spascher Sand integriert.
Unser Sohn fühlt sich sehr wohl in Spascher Sand, geht gerne zur Schule und hat einen ersten Klassensprung vollkommen problemlos und beinahe selbstverständlich gemacht. Die Probleme, von denen andere Eltern hochbegabter Kinder an anderen Schulen berichten, kennen wir überhaupt nicht. Unser Gefühl ist, dass unser Sohn so selbstverständlich er selbst sein kann, wie jedes andere Kind mit seinen spezifischen Bedürfnissen und Fähigkeiten an dieser Schule auch.
Bericht zur Fortbildung des Kollegiums
Frau Petra Grühn ist zertifizierte Fachfrau für Hochbegabte und unterstützt das pädagogische Team bei des Entwicklung des Segmentes Hochbegabung auf Gut Spascher Sand.
Hier ihr Statement:
Interessenten und Interessentinnen für das Thema Hochbegabung werden feststellen, dass ca. alle 10 Jahre diskutiert wird, ob eine Begabungsförderung von Nöten sei, ob begabte Jungen und Mädchen gar eine spezielle Pädagogik brauchen. Nun wird noch die inklusive Pädagogik kontrovers diskutiert. Für mich als Pädagogin und zertifizierte Fachfrau für Hochbegabte ist ein Satz aus einer lebhaften Diskussion in Erinnerung geblieben, den ich sinngemäß wiedergebe.“ Inklusion bedeutet, dass jedes Kind das Anrecht auf eine an seinen Bedürfnissen orientierte Bildung hat“. Oder den Ausspruch von Dr. Aiga Stapf aufgreifend: „Es gibt nichts Schlimmeres als die Gleichbehandlung von Ungleichen.“
Mit anderen Worten unabhängig von Herkunft, Status … und IQ eines Kindes oder Jugendlichen braucht es eine Bildung, die den Lernenden inspiriert und befähigt, sich neugierig und forschend, alle Sinne nutzend, den eigenen Lebensweg so zu gestalten, das Leben als sinnvoll erfahren wird. Geprägt von der Vergangenheit (Eliteförderung um 1935, Bildungspolitik um 1970) haftet der Förderung von Begabten noch immer ein Stigma an, gleichwohl sie zunehmend gefordert wird. Mein Anliegen ist es, Eltern, Lehrer, Erzieher, Kinder und Jugendliche für Begabungsförderung zu sensibilisieren, damit eine Begabung nicht als unerwünscht und belastend erlebt, folglich versteckt werden, sondern als Gabe, als Geschenk angenommen werden kann.